Freilich ist er nicht irgendein Exot. Schon gar nicht irgendwer. Sondern jemand, der sein Handwerk noch mit jeder Faser seines Körpers erlernt hat — ja erfahren — und dessen Heimat das Wiener Kaffeehaus ist, seit Jahrzehnten.
Mit einem müden, schweren Blick fordert er die letzten Gäste auf zur Einhaltung der allabendlichen Sperrzeit. Währenddessen durchstreift er, einem schwarzen Panther gleich, die Tischreihen. Gewöhnlich lässt er keinen Widerstand zu, fordert stringent Respekt ein, vor dem Gebot der Stunde.
Heute jedoch, am Jahrestag, resümiert Ferdinand 40 Jahre Oberkellnerleben, erlaubt sich somit einen Streifzug. Wirft einen Blick zurück, auf die ersten ungelenken Schritte in dieser schönen, doch alles verzerrenden Kaffeehauswelt voller Tücken. Und er wagt einen Blick vorwärts, in eine Zukunft voller Kaffeehausliteratur, Liebe und Wunder.
Langsam, mit jedem Schluck Wein ein wenig mehr, legt Ferdinand der Letzte die steife Distanz seines Wiener Kaffeehausoberkellners ab. Und er wird zum Menschen aus Fleisch und Blut …